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Hilfsmittellexikon

Verordnung von Hilfsmitteln

Wer die Kostenübernahme für ein Hilfsmittel bei der Krankenkasse beantragt, muss die „medizinische Notwendigkeit“ dafür nachweisen, d.h. man muss nachweisen, dass man das Hilfsmittel aus medizinischen Gründen benötigt. Diese medizinische Notwendigkeit wird in Form einer ärztlichen Verordnung (Rezept) nachgewiesen.
Der Augenarzt muss also ein Rezept ausstellen auf dem er das benötigte Hilfsmittel verordnet und auf dem klare Angaben zur Diagnose gemacht werden.
Für jedes Hilfsmittel gibt es eine so genannte medizinische Indikation, d.h. es sind Voraussetzungen festgelegt, die der Antragsteller erfüllen muss.

Die medizinische Voraussetzung für die Bewilligung von elektronisch vergrößernden Sehhilfen (z.B. Bildschirmlesegeräte) ist ein Visus von 0,1 oder kleiner. Bei Behinderungen, wie z.B. Nystagmus oder Gesichtsfeldausfall, die zur Visusminderung hinzukommen, kann auch bei einem besseren Visus ein Bildschirmlesegerät in Frage kommen.

Die medizinische Voraussetzung für die Bewilligung von Blindenhilfsmitteln (wie z.B. Vorlesesystem) ist eine Augenerkrankung, die mit einer hochgradigen Sehbehinderung oder Blindheit verbunden ist.
Als hochgradige Sehbehinderung bezeichnet man eine Sehschärfe von maximal 5% und minimal 2% (Visus <= 0,05 = 1/20 und > 0,02 = 1/50).

Diese Angaben müssen auf dem Rezept vom Augenarzt eingetragen werden. Für die Verordnung von elektronisch vergrößernden Sehhilfen ist ein spezielles Rezeptformular, die Verordnung 8a zu verwenden, für Blindenhilfsmittel ist das Kassenrezept Formular 16 ausreichend.

Wichtig für den Augenarzt ist die Information, dass die Verordnung von Hilfsmitteln nicht der Budgetierung unterliegt. Deshalb sollten Hilfsmittel nicht zusammen mit einem Arzneimittel auf dem gleichen Rezept verordnet werden, um nicht versehentlich in das Arznei-, Verband- und Heilmittelbudget hineingerechnet zu werden