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Augenzittern (Nystagmus)

Unter Augenzittern versteht man mehr oder weniger auffällige unwillkürliche Augenbewegungen, die auftreten, wenn bereits im Säuglingsalter schwerwiegende Augenkrankheiten (Trübungen, Netzhaut- oder Sehnervausfälle, Albinismus ...) bestehen.

In den ersten Lebenswochen lernt der Mensch die Fixation, d.h. die schnelle Einstellung der Augen auf Fern und Nah, Hell und Dunkel. Wenn das Gehirn trotz dieser Steuerung kein gutes Bild von der Umgebung gemeldet bekommt, sucht es fortlaufend weiter und manchmal vergebens.

Dies Suchbewegungen automatisieren sich und können im Kleinkindalter oft mit erschreckender Geschwindigkeit erfolgen. Mit zunehmendem Alter können sich die Pendelbewegungen reduzieren. Ganz verschwinden werden sie selten.

Es gibt auch die seltene erbliche Form des Augenzitterns, bei der keine sichtbaren Augenschäden bestehen. Diese ist auf eine Fehlsteuerung zurückzuführen, die vor allem von einer erblichen Schädigung von zentralen Gehirnbereichen verursacht wird. In diesem Falle besteht in Abhängigkeit von der Amplitude der Bewegungen eine mehr oder weniger starke Seheinschränkung.

Das Augenzittern wirkt sich besonders negativ auf das Lesen aus, weil die Augen die "kleinen" Buchstaben nicht ausreichend lange fixieren können, um sie zu erkennen. Die Buchstaben "tanzen" sehr schnell vor den Augen.

Abhilfe kann oft nur eine Vergrößerung des Textes bringen. Nicht selten drehen die Betroffenen beim Lesen den Kopf auffällig zur Seite. Dies ist dann der Fall, wenn das Augenzittern aus einem bestimmten Blickwinkel geringer wird und die Kinder intuitiv bemerkt haben, dass sie dann besser lesen können.